Von der Fahrradteile- zur Autoräderherstellung

 
 
 

Historie

 

1888

Friedrich Hering gründet als Schmied und Wagenbauer in Gera - nachdem er eine Zeit lang mit Fahrrädern gehandelt hatte - eine Firma zur Herstellung von Fahrradteilen.

 

1900


Das Produktions- und Verkaufsprogramm wird um Kugellager, Achsen, Holzspeichenräder und andere Teile für die aufstrebende deutsche Automobilindustrie erweitert.
Der Firmenname wird aufgrund der erweiterten Geschäftstätigkeit in Deutsche Automobilindustrie Friedrich Hering geändert. Später entschließt man sich, auch komplette Fahrgestelle herzustellen, so genannte Untergestelle für Motorwagen, die sehr erfolgreich an die Automobilindustrie verkauft werden. Herings nächster Schritt ist die Produktionsaufnahme von leichten Fahrzeugen, die auf den eigen herge-stellten Untergestellen basieren. Es entstehen Voituretten auf der Grundlage der Lizenz des französischen Autobauers De Dion-Bouton, welcher auch die Motoren für den „De Dion Populaire“ nach Gera liefert. Die robusten Einzylinder aus Frankreich leisten 7 PS bei zirka 1.500 U/min.

 

1902


Die Gebrüder Alfred und Max Hering verlagern aus Platzgründen und in Hinblick auf eine geplante Produktionserweiterung ihre Fabrik ins nahe gelegene Ronneburg. Nach dem Tod des Firmengründers hatten die Söhne die Leitung des stark expandierenden Unternehmens übernommen. Die Produktpalette wird um den recht einfach und robust aufgebauten, zweisitzigen Motorwagen „Rex Simplex“ ergänzt.

 

1906


Trotz guter Umsätze ist der Familienbetrieb der Gebrüder Hering infolge der Ausweitung der Fertigungseinrichtungen immer schwach bei Kasse. Man hält daher Ausschau nach einem finanzkräftigen Teilhaber, der sich schließlich in Person des Berliner Kaufmanns Carl Richard gefunden wird. Die Aufnahme des neuen Partners bewirkt eine Umfirmierung des Unternehmens in Deutsche Automobilindustrie Richard & Hering.
Obwohl die Fertigung nach wie vor weitgehend manuell abläuft, erreichte das Ronneburger Werk schon bald beachtliche Stückzahlen. Zu Ende des Jahres wurde bereits eine Jahresproduktion von rund 600 Fahrzeugen erreicht.

 

1907

Die Marke ‚Rex Simplex’ hat sich im Markt etabliert. Da das Unternehmen genügend Erfahrung in der Herstellung von Automobilen gesammelt hatte, beginnt man in diesem Jahr mit der Konstruktion eigener Motoren.

 

1913


Das Produktionsprogramm wird aufgrund der sehr tiefen Eigenfertigung immer umfangreicher. Die Inhaber entscheiden sich, die Automobilproduktion von der Teileherstellung zu trennen. Max Hering übernimmt mit 30 Mitarbeitern die Produktion von Holzspeichenrädern und gründet einen eigenständigen Betrieb als Autoräder und Felgenfabrik. Der Betrieb vergrößert sich schnell – nicht zuletzt auch dadurch, dass aufgrund des ersten Weltkrieges eine hohe Nachfrage nach Holzspeichenrädern gegeben ist.

 

1917


Max Hering beschäftigt bereits über 600 Mitarbeiter. Er beliefert mit seinen Autorädern namhafte Automobilunternehmen wie das Eisenacher Dixi-Werk, Adler, Audi, Benz, Daimler, Horch, Opel und Stoewer. 

 

1920


Holzspeichenräder werden zunehmend von Stahl- und Drahtspeichenrädern sowie Stahl-scheibenrädern verdrängt. Für diese neue Rädergeneration interessieren sich auch viele neue Kunden wie BMW, Maybach, Fiat, Hans-Lloyd und das inzwischen fusion-ierte Unternehmen Daimler-Benz. Begleitet werden die laufenden technischen Veränderungen stets von Prozess- und Produktinnovationen des allzeit auf Aktualität bedachten Werkes, so dass Scheiben- und Speichenräder aus Ronneburg wegen ihrer ausge-zeichneten Qualität auch sehr stark im Ausland gefragt sind.

1930


Die Firma Max Hering exportiert kontinuierlich in die skandinavischen Länder, nach Übersee, nach Japan und Südamerika sowie an Zweigwerke von Ford und Chevrolet.
Aufgrund des gut florierenden Geschäftes beträgt die Mitarbeiterzahl der Autoräder & Felgenfabrik Max Hering (ARF) zu Ende der dreißiger Jahre über 1.300 Mitarbeiter.

 

1948


Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgt die Enteignung beider Ronneburger Werke und eine Überführung ins ‚Volkseigentum’. Der ehemalige Betrieb Richard & Hering hat bereits Ende der zwanziger Jahre den Automobilbau aufgegeben und nur noch Zulieferteile produziert.
Innerhalb der VVB Automobilbau (Vereinigung Volks-eigener Betriebe) und später im Kombinat Personen-kraftwagen produzieren beide Unternehmen als VEB IFA Fahrzeugzubehörwerke in Fortführung der großen Tradition des Hauses Felgen und Scheibenräder sowie diverse Zulieferteile für den gesamten DDR-Automobil- und Fahrzeugbau.

 

Das Räderwerk Ronneburg wird zum Alleinausrüster für die DDR-Automobilmarken Wartburg und Trabant. Alleine für diese Fahrzeuge werden zuletzt jährlich etwa 1,5 Millionen Räder produziert.

Daneben läuft ein umfangreiches Lieferprogramm für die verschiedenen Nutzfahrzeugtypen sowie für die Ausrüstung aller in der DDR hergestellten landwirt-schaftlichen Maschinen und Fahrzeuge mit Stahl-scheibenrädern. Eine internationale Marktpräsenz bleibt dem Unternehmen aber trotz seines großen Potenzials an Erfahrung und Know-how verwehrt.

 

 

 

1989


Mit Wiedervereinigung Deutschlands beginnt für das Räderwerk Ronneburg ein neue Ära. Die Fahrzeug-industrie der DDR bricht zusammen, die Produktion der Fahrzeuge Trabant, Wartburg, Barkas, W50, W60 werden eingestellt, der damit verbundene Absatzmarkt verschwindet von heute nach morgen. Verhandlungen zwischen der Treuhandanstalt und im Westmarkt etablierten Räderherstellern werden aufgenommen.

 

1991


Aufgrund des für das Räderwerk Ronneburg aussichtsreichsten Sanierungskonzeptes, welches mit Investitionszusagen und einer Übernahmegarantie für 130 Mitarbeiter verbunden ist und welchem eine auf die Märkte Landmaschinenindustrie, Baumaschinenindustrie, Pkw-Anhänger- und Caravanindustrie und allgemeiner Industriefahrzeugbau ausgerichteten Produkt- und Vertriebsstrategie zugrunde liegt, bekommt die mefro Metallwarenfabrik Fischbacher GmbH den Kaufzuschlag.

 

Per 01. Juli wird die mefro Räderwerk Ronneburg GmbH gegründet, deren Gesellschafter zu 60 % die mefro Metallwarenfabrik Fischbacher GmbH, Rohrdorf, sowie die Herren Dipl.-Ing. Anton Fischbacher und Dipl.-Kfm. Dr. Alfred Fischbacher (beide je 20%) sind. Die neue Gesellschaft übernimmt vom VEB Räderwerk Ronneburg alle Anlagen und Maschinen, Vorräte, Gebäude und Grundstücke.

 

Durch die Stilllegung aller Fahrzeugbauaktivitäten in den ‚neuen Bundesländern’ sind die ehemaligen Absatz-märkte nicht mehr vorhanden. Zudem brechen durch die Einführung der D-Mark die osteuropäischen Märkte vollends zusammen. Sehr schnell muss man sich daher auf den westeuropäischen Märkten neue Kunden erschließen. Dies ist umso schwieriger, als das Produktsortiment zunächst ausschließlich auf die Bedarfe des DDR-Fahrzeugbaus bzw. der ‚befreundeten Ostmärkte fokussiert ist; die damit verbundenen Radgrößen und Radanschlüsse sind für die Westmärkte nicht verwendbar.

 

Mit hohen Tempo werden in kürzester Zeit innovative Produktlösungen hervorgebracht, welche teilweise neue Spielregeln in den Markt bringen und von den Kunden mit Begeisterung aufgenommen werden. Parallel hierzu wird das Räderwerk Ronneburg einer grundlegenden Umstrukturierung und Modernisierung unterzogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

1998


Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung wird entschieden, die in der Geschäfts- und Vertriebspolitik bis dahin nicht berücksichtigten Absatzmärkte ‚Pkw-Industrie’ und ‚Nutzfahrzeugindustrie’ zu erschließen. Da das Räderwerk Ronneburg bisher eindeutig auf eine Differenzierungsstrategie ausgerichtet ist und damit für eine anzustrebende Kostenführerschaft innerhalb der Volumenmärkte völlig ungeeignet ist, soll dies Ziel jedoch nicht innerhalb des bestehenden Räderwerks Ronneburg realisiert werden. Unterschiedliche Szenarien wurden diskutiert.

 

2000


Nach längeren Verhandlungen und einer sehr weitgreifenden Due Diligence kann per 1. Januar der 1995 in Konkurs geratene Autoräderhersteller SÜDRAD mit in die Unternehmensgruppe aufgenommen werden.
Mit SÜDRAD gelingt es, die Produktlücke im Bereich der Pkw- und Nutzfahrzeugindustrie bestens zu schließen. Die Marke SÜDRAD hat durch ihre ausgezeichnete Produktqualität, ihr starke Innovationskraft und ihre hohe Leistungsfähigkeit und Lieferzuverlässigkeit international ein hervorragendes Image.
Die Unternehmensgruppe verfügt mit der Akquisition aufgrund der vielfältigen Anforderungen aus den unterschiedlichen Rad-Anwendungsgebieten über eine einzigartige Kompetenz in der Entwicklung und Produktion von Stahlscheibenrädern.

 

2004


In den letzten dreizehn Jahren wurden über 50 Mio. EUR in das Räderwerk Ronneburg investiert.
Die mefro Räderwerk Ronneburg GmbH zählt in den von uns anvisierten Märkten zu den modernsten und leistungsfähigsten Räderherstellern Europas; in einigen Marktsegmenten nehmen wir die Position des europäischer Marktführers ein. Über 2 Mio. Stahlscheibenräder für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete verlassen jährlich unser Werk.

Schlüsselfaktor unseres Erfolges ist hierbei, dass unsere Kunden höchstes Vertrauen in die Qualität unserer Produkte setzen.

Dies gilt für unsere Produktkonzepte und Produkte selbst wie auch für unsere technische Anwendungsberatung, unseren Lieferservice sowie alle übrigen Leistungen unseres Hauses. Mit Qualität und Leistung haben wir uns als ein aus der Wiedervereinigung Deutschlands geborenes, junges Unternehmen weltweit einen hervorragenden Namen erworben.

 

mefro Räderwerk

Ronneburg GmbH